prosper trifft ... Dr. Susanne Römer und Prof. Dr. Martin Meyer-Schwickerath
Welche Formen von Harninkontinenz gibt es und mit welchen Therapien können sie behandelt werden?
Dies war eine der wichtigsten Fragen, die Dr. Susanne Römer, Assistenzärztin der Urologischen Klinik am Knappschaftskrankenhaus Bottrop und Prof. Dr. Martin Meyer-Schwickerath, Chefarzt der Urologischen Klinik der Urologischen Klinik am Knappschaftskrankenhaus Bottrop, im Rahmen der dritten Expertenveranstaltung „prosper trifft …“ am 09. September am prosper-Infostand im Knappschaftskrankenhaus Bottrop interessierten Versicherten beantworteten.
Das Leistungsspektrum der Urologische Klinik im Knappschaftskrankenhaus Bottrop ist keineswegs eine reine „Männer-Domäne“ und so freut sich Prof. Meyer-Schwickerath, dass auch viele Frauen den Weg zu dem Vortrag „Wenn die Blase nicht hält – Neue Therapien für Frauen und Männer“ gefunden haben. Harninkontinenz, ein unkontrollierter bzw. unfreiwilliger Urinverlust, ist in Deutschland weit verbreitet. Fachleute schätzen, dass es rund fünf bis sieben Millionen Betroffene gibt; davon ca. 1/3 männlichen und 2/3 weiblichen Geschlechts. Insbesondere für viele Frauen, ist das Problem bis heute ein Tabuthema und sie sprechen erst bei erheblicher Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität darüber. Dem wollen Prof. Meyer-Schwickerath und sein Team entgegen wirken.
Der Chefarzt überlasst zunächst seiner Kollegin Dr. Römer das Wort, die gewissermaßen von Frau zu Frau über die verschiedenen Formen, die wichtigsten Methoden der Diagnostik und mögliche Therapieansätze bei Harninkontinenz berichtet. „Neben der körperlichen Untersuchung ist besonders das persönliche Gespräch entscheidend, damit wir uns ein genaueres Bild über Art und Schwere der Beschwerden machen können“, erklärt Dr. Römer. Da die Harninkontinenz in verschiedene Formen, bei Frauen besonders häufig als Belastungs- oder Dranginkontinenz, auftreten und zahlreiche Ursachen haben kann, muss die Therapie sehr individuell abgestimmt werden. In einigen Fällen kann bereits mit einem veränderten Trink- und Toilettenverhalten oder dem Training der Beckenbodenmuskulatur eine Verbesserung erzielt werden. Bei anderen Patientinnen ist dagegen eine medikamentöse Therapie oder auch eine Operation erforderlich.
Der Informationsgehalt für die männlichen Zuhörer kam ebenfalls nicht zu kurz. So ging Prof. Meyer-Schwickerath u. a. darauf ein, dass im Alter bei 50 Prozent der Männer eine vergrößerte Prostata Probleme macht. „Damit geht oft eine Überlauf-Inkontinenz einher, da die Blase durch die Abflussbehinderung nicht richtig entleert werden kann, schnell wieder voll ist und es zu einem Überlaufen der Blase kommt“, so Meyer-Schwickerath. Ein möglicher Behandlungsweg kann hier die Entfernung des Hindernisses sein - also eine Prostataoperation - um den freien Urinfluß wieder herzustellen. Aber auch beim männlichen Geschlecht handelt es sich jeweils um sehr individuelle Probleme und eine speziell abgestimmte Therapie ist oberstes Gebot.
Viele Versicherten nutzen daher gerne die Gelegenheit, einige persönliche Fragen an Dr. Römer und Prof. Meyer-Schwickerath zu richten, die diese gerne beantworteten. Insgesamt also eine gelungene Veranstaltung, bei der den Betroffenen von Harninkontinenz die Scheu vor diesem Tabuthema vielleicht ein Stück weit genommen werden konnte.


