Winterblues adé
Winterblues adé
Gegen das Stimmungstief in der lichtarmen Jahreszeit
Da ist sie wieder: die so genannte dunkle Jahreszeit mit ihren tristen Wintertagen. Kein Wunder, dass viele Menschen niedergeschlagen sind und so manch einer depressive Gedanken hegt. Experten sprechen auch von einer saisonal abhängigen Depression (SAD), die spontan im Frühling, wenn die Tage wieder länger und heller werden, verschwindet. Doch einer gedrückten Stimmung, Antriebslosigkeit und einem vermehrten Schlafbedürfnis ist man nicht hilflos ausgeliefert. Auch wenn wir das Tageslicht nicht steuern können, kann jeder gezielt etwas für seine gute Laune tun.
Doch warum ist unsere Stimmung im Winter häufiger im Keller? Viele Menschen leiden in der lichtarmen Jahreszeit an einem Defizit des Gehirn-Botenstoffs und Gute- Laune-Hormons Serotonin. Serotonin steuert unter anderem den Kreislauf und beeinflusst den Schlaf-Wachrhythmus positiv. Im Sommer regen Licht und vor allem Sonne die natürliche Produktion von Serotonin an. Im Herbst und Winter ist unser Serotoninspiegel auf Grund von Licht- und auch Bewegungsmangel im Blut niedriger. Der Körper produziert bei Dunkelheit sogar vermehrt Melantonin, den Gegenspieler von Serotonin. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Heißhunger, ein ungewöhnliches Schlafbedürfnis oder ein seelisches Tief können die Folge sein. Bevor es zu einer ernsten, krankhaften Veränderung der Gemütslage kommt, kann der Herbst- und Winterblues schon mit wenigen kleinen Veränderungen der Lebensgewohnheiten vertrieben werden. Die besten „Anti-Winterblues- Mittel“ sind Bewegung und Licht.
Bewegung
Sie sollten sich viel im Freien bewegen – z. B. mindestens eine halbe Stunde täglich spazieren gehen – auch bei schlechtem Wetter. Das bringt nicht nur die Psyche, sondern auch den Stoffwechsel auf Trab. Regelmäßige Bewegung erhöht den Serotonin-Spiegel und führt so zu einer Stimmungsaufhellung. Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen eignen sich besonders – am besten ein- bis zweimal wöchentlich. Oder probieren Sie mal etwas Neues aus: wie wäre es mit Yoga? Die Muskel- und Atemübungen verbessern nicht nur die Koordination und Beweglichkeit des Körpers, sondern helfen zu entspannen und die Psyche positiv zu beeinflussen. Wie viel Serotonin sich im Gehirn befindet, hängt zu einem großen Teil von dem ab, was wir essen. Essen dient nicht nur der Sättigung, sondern ist zudem eng verbunden mit Gefühlen, Stimmungen und Erlebnissen. Befragungen haben ergeben, dass viele Menschen zum Frühstück lieber etwas Süßes als Wurst oder Käse essen. Doch warum ist dies so? Ernährungswissenschaftler erklären dies folgendermaßen: Nachts setzt im Gehirn der Abbau von Serotonin zum Hormon Melatonin ein. Dadurch sinkt der Serotoninspiegel im Körper ab und ist morgens am niedrigsten. Das begründet den morgendlichen Appetit auf ein süßes Frühstück. Ein Fruchtjoghurt mit Getreideflocken oder ein Vollkornbrot mit Quark und Marmelade oder Honig sind daher ein guter Start in einen trüben Wintertag.
Duftaromen
Nutzen Sie auch die positive Wirkung von Düften. Bergamotteund Lavendelöl in der Aromalampe hellen die Stimmung auf. Oder wie wäre es mit einem winterlichen Bad. Mit Rosenblättern, Sandelholz- oder Zitronenöl kann es eine Streicheleinheit für die Seele sein. Achtung: Öle nicht pur ins Badewasser geben, sonst schwimmen sie nur auf der Oberfläche. Vermischt mit ein paar Esslöffeln süße Sahne oder Milch verteilen sie sich besser im Wasser. Darüber hinaus können belebende Farben die innere Sonne wieder strahlen lassen. Ein orangefarbener Kissenbezug, ein gelbe Tischdecke, ein roter Blumenstrauß oder ein fröhliches Bild können schon Wunder wirken. Vielen hilft es auch, eine flotte Musik zum Mitsingen oder Tanzen aufzulegen. Sorgen Sie für positive und aufmunternde Gedanken. Wenn Sie sich einreden, dass Sie dem „Wintertrübsal“ nicht entfliehen können, dann werden Sie auch schwermütig. Wer es einplanen kann, verbringt einige Tage im Winter im Schnee oder im Süden.
Sie sehen: Sie haben viele Möglichkeiten, Ihre Stimmung positiv zu beeinflussen. Sollten Sie dennoch keine Besserung verspüren, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Möglicherweise verbergen sich hinter Ihrem Stimmungstief andere Ursachen als die lichtarme Zeit.


