Äpfel – Allrounder für die Gesundheit
„An apple a day keeps the doctor away“ lautet eine Redewendung, die in England bereits seit dem 19. Jahrhundert verwendet wird. Übersetzt bedeutet sie soviel wie „Ein Apfel am Tag – den Arzt gespart“.
In der Tat war der Apfel schon in der Antike ein Symbol für Gesundheit und Schönheit. Aufgrund seiner zahlreichen Kerne wurde er zudem zum Wahrzeichen für weibliche Fruchtbarkeit und die Liebe. Zahlreiche Mythen und Legenden handeln von ihm. Im Orient glaubt man selbst heute noch, dass wer schöne und gesunde Kinder bekommen möchte, regelmäßig Äpfel essen sollte. Doch dass der Apfel noch gesünder sein soll, als bereits vermutet, haben nun US-amerikanische Forscher von der Florida State University in einer Studie herausgefunden. Die Frucht sei tatsächlich etwas Besonderes und habe gleich mehrere positive Effekte. prosper/proGesund sprach mit Sabine Becker, Ernährungsberaterin am Knappschaftskrankenhaus Püttlingen, über das gesunde Multitalent.
Welche Nährstoffe stecken im Apfel?
Der Apfel hat wenig Kalorien, viele Vitamine und einen hohen Nährwert. Obwohl der Wasseranteil eines Apfels ganze 85 Prozent ausmacht, wirken die restlichen 15 Prozent maßgeblich günstig auf Stoffwechsel und Gleichgewicht unseres Organismus. Das verdanken wir dem hohen Anteil an Vitaminen, insbesondere Vitamin C aber auch den 20 Mineralstoffen und Spurenelementen vor allem Kalium zur Regulierung des Wasserhaushaltes.
Warum ist der Apfel so gesund?
Was man erst kürzlich herausfand: Wer regelmäßig Äpfel isst, verringert das Risiko an Alzheimer und Demenz zu erkranken und fördert die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Dafür verantwortlich ist ein im Apfel enthaltener sekundärer Pflanzenstoff, das Quercetin. Zusammen mit anderen Apfelinhaltsstoffen, den Polyphenolen, beugt es Herz-Kreislauferkrankungen vor und mindert das Krebsrisiko. Die Fruchtsäuren des Apfels sorgen für einen niedrigen Harnsäurespiegel, der unterstützend bei der Behandlung von Rheuma und Gicht wirken kann. Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff ist das Pektin. Es bindet überschüssiges Cholesterin und wirkt somit einem erhöhten Cholesterinspiegel entgegen. Der Apfel reguliert auch die Darmtätigkeit, denn die Pektine und Cellulose regen die Verdauung an. Diese natürlichen Quellstoffe können außerdem Schadstoffe binden und tragen zu einem guten Sättigungsgefühl bei.
Sitzen die meisten Vitamine wirklich in der Schale?
Ja, das stimmt! Bis zu 70 Prozent der Vitamine sind in der Apfelschale oder direkt darunter. Wer Äpfel schält, schält also auch die Vitamine ab. Die Schale ist zudem reich an Eisen, Magnesium und Pektinen. Deshalb sollte man zumindest bei ungespritzten Früchten auf das Schälen verzichten.
Welche Apfelsorten sind besonders gesund?
Grundsätzlich gilt: Ganz gleich, welche Apfelsorte Ihnen am besten schmeckt, gesund sind sie alle. Als besonders reich an Vitamin C gelten allerdings alte Sorten wie der "Freiherr von Berlepsch", bei dem auf 100 g Frucht etwa 25 mg Vitamin C verteilt sind. Auch der Boskop, der Ontario, der Gelbe Bellefleur und einige Renetten-Sorten sind gute Vitamin-C-Spender. Es gibt auch einige neue Sorten, die sehr zu empfehlen sind. Jonagold ist nicht nur eine schmackhafte, relativ neue Sorte, ihr Vitamin-C-Gehalt liegt bei etwa 20 mg pro 100 g. Die Sorten Elstar, Idared und Roter Cox verfügen über mittlere Vitamin CGehalte, die weit über den Werten der nur süßen Sorten liegen. Auch der Braeburn ist nicht nur knackig und spritzig, auch er kann etwa 20 mg Vitamin C pro 100 g Frucht aufweisen. Alte Apfelsorten werden von Allergikern besser vertragen.
Obstbauern spritzen Apfelbäume gegen Pilzerkrankungen und Parasiten. Inwieweit wirken sich die Rückstände der Schädlings- und Krankheitsbekämpfung schädlich aus?
Durch einfaches Abwaschen mit Wasser und Abreiben mit einem Handtuch lassen sich sowohl Ablagerungen von Umweltschadstoffen aus der Luft als auch Rückstände von Schädlings- und Krankheitsbekämpfung mühelos beseitigen. Wer ganz sicher sein will, sollte sich für Äpfel aus biologischem Anbau entscheiden.



