prosper und proGesund ein Service der Knappschaft - Textversion des Videos Noch mehr Leistung: prosperNah.

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Hans Adolf Müller, Leiter Gesundheits- und Versorgungsmanagement Knappschaft
Noch mehr Leistung: prosperNah...

Hallo liebe prosper-/proGesund-Interessierte,

lange haben Sie nichts von mir gehört. Wir haben, wie sich das gehört, hart gearbeitet, um prosper/proGesund nach vorne zu bringen. Es gibt wahnsinnig interessante und spannende Zeiten.

Die gesetzliche Krankenkasse, wie Sie alle wissen, ist in Schieflage geraten. Wir rechnen im nächsten Jahr mit einem Defizit von bis zu 13 Milliarden Euro. Jeden Tag wird in der Presse darüber berichtet, wie man dieses Problem lösen will. Erste Kassen sind in die Schieflage geraten und auch bei der Knappschaft denken wir intensiv darüber nach, wie wir einerseits die Versorgung unserer Versicherten auf einem hohen Niveau halten können - oder sogar verbessern können - andererseits, wie wir wirtschaftlich diesen Herausforderungen begegnen.

prosper ist für uns ein extrem wichtiges Strukturelement, um die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Wir sehen jeden Tag, dass immer mehr Menschen multimorbide werden, immer umfangreicher werden die Behandlungen. Die Medizin macht erhebliche Fortschritte. Gerade in der Pharmakotherapie sehen wir, dass es für viele schwere Erkrankungen neue Möglichkeiten gibt. Das ist die eine Seite und die begrüßen wir sehr, denn wir wollen, dass medizinischer Fortschritt bezahlbar bleibt.

Die andere Seite ist allerdings, dass die Arzneimittel in Deutschland am teuersten sind, dass es viel Wildwuchs gibt, dass wir ein angebotsinduziertes Nachfragesystem in Deutschland haben. Alles das, sehen auch wir. Und deshalb haben wir uns entschlossen, den Ansatz von prosper noch mal auf den Prüfstand zu stellen und ihn nach intensiven Überlegungen und Diskussionen in unserem Hause zu erneuern.

Wir wollen prosper vom rein medizinischen zum medizinisch-pflegerisch-sozialen Netz entwickeln - und nennen das prosperNah. Wir wollen nah am Menschen sein. Wir wollen die Grundbedürfnisse der Menschen, die multimorbide sind, sehen. Man muss sehen, wir haben viele Menschen, die mehr als vier Komorbiditäten neben einer schweren Erkrankung haben. Da muss man sich drum kümmern und das muss man verändern. Deshalb haben wir neue Wege konzipiert unter dem Stichwort prosperNah.

Wir wollen selbst zu den Menschen gehen, wir wollen mit ihnen reden, immer in enger Abstimmung mit den niedergelassenen Ärzten, mit den Krankenhäusern. Wir wollen noch enger zusammenwachsen im Entlassmanagement - aus den Krankenhäusern hin zum niedergelassenen Arzt, die Brücke der Kommunikation schlagen. Das alles ist unser Ziel und daran arbeiten wir mit Hochdruck.

Wir haben am 01. April 2010 in der Region Gelsenkirchen/Gladbeck dieses Projekt prosperNah als Pilot gestartet. Dort sind über 300 Ärzte mit uns einen Weg gegangen, um diesen Weg nach prosperNah zu beschreiten. Wir haben eigene Case Manager - die in einem Care-Team zusammengefasst sind - die nach entsprechenden Gesprächen mit den niedergelassenen Hausärzten sich auf den Weg machen, um mit den Patienten selbst zu reden - um die Ärzte zu unterstützen. Sie sollen nicht die Mediziner ersetzen, sondern sie sollen die Ärzte unterstützen. Das ist unser Ziel!

Wir wissen alle, dass die niedergelassenen Arztpraxen oft wenig Zeit haben für die Patienten. Der Durchschnitt liegt, glaube ich, bei 3 bis 4 Minuten pro Patient. Das ist extrem wenig - und hier wollen wir versuchen, Unterstützung zu geben. Das hat viele Facetten: wir wollen im Bereich der Medikation helfen, dass unnötige Arzneimittel nicht mehr gegeben werden. Ein Beispiel der geriatrischen Fachgesellschaft zeigt uns, dass man vier bis fünf verschiedene Wirkstoffe pro Tag gefahrlos zu sich nehmen kann - aber alles was darüber hinausgeht ist zumindest fragwürdig und eventuell sogar gesundheitsgefährdend.

Meine Damen und Herren, wir wollen uns als Knappschaft nicht in die Therapiefreiheit niedergelassener Ärzte einmischen - aber wir wollen Transparenz schaffen und zeigen, was vielleicht richtig und was weniger gut läuft. Und das ist unser großes Ziel. Ich glaube, dass wir dort auf gutem Wege sind. Wir wollen die Pflegeheime in dieses Produkt mit einbeziehen. Wir wollen die ambulanten Pflegedienste integrieren. Alles das ist im Moment angelaufen, in verschiedenen Pilotversuchen.

Wir sind jetzt dabei, erste gute Erkenntnisse auf ganz Deutschland zu übertragen. Und wir sind zuversichtlich, dass wir auf dem Schritt von prosper nach prosperNah jetzt genau den richtigen Ansatz gefunden haben. Und sobald wir gute Ergebnisse haben, die berichtenswert sind, werde ich Ihnen davon wieder berichten.

Bis dahin wünsche ich Ihnen eine schöne Urlaubs- und Sommerzeit.

Herzlichst,

Ihr

Hans Adolf Müller

 

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